Unsere aktuellen Lager- und Veranstaltungs-Termine

Erklärung: L = Lager, M = Markt, T = Turnier, S = Schlacht, B = Tages-Besucher, W = Link zur WebSite.
Datum:
Ort / Veranstalter:
Veranstaltung:
L
M
T
S
B
W
13. und 14.08.2106 Friedberg (Hessen) - Freie Ritterschaft Friedberg e.V. 9. Historischer Markt X X
03. und 04.09.2106 Hirschhorn (Nekar) - CG Hirschhorner Ritter e.V. 40. Ritterfest zu Hirschhorn X
28. bis 30.10.2106 Reichelsheim (Odw.) Reichelsheimer Märchen- und Sagentage X

 

Beltane

Beginn der Fruchtbarkeit

Beltane - oder auch Walpurgis - wird traditionell in der Nacht vom 30.April auf den 1. Mai gefeiert.

Es ist das Fest des wiedererwachten Frühlings, an dem Sonne und Erde eine innige Verbindung eingehen - die heilige Hochzeit des Männlichen und Weiblichen. Der Sonnengott, der in der Zwischenzeit von Jul bis Beltane zum geschlechtsreifen Jüngling herangewachsen ist, übernimmt nun wieder der Herrschaft über die Zeit. Die Mondgöttin, die die Fruchtbarkeit symbolisiert, ist zur fruchtbaren Jungfrau herangewachsen. Mann und Frau, männlich und weiblich sind nun herangereift, um Neues zu schaffen. Die Natur bricht auf, die Sonnenkraft nährt und stärkt. Die Leichtigkeit greift um sich und die Zeit des Mangels und des Sparens ist vorbei. Nun beginnt wieder die Zeit, wo wir direkt von der Natur versorgt werden und nicht mehr auf das Eingemachte zurückgreifen müssen. Es ist die Zeit der Hexen. Beltane gilt als der höchste Feiertag unter den Hexen. Man traf sich aus allen Teilen des Landes, um ein wildes und ekstatisches Fest zu feiern. Den Hexen wurde schon immer sehr viel magisches Wissen, ebenso wie Heilkraft und die Kunst des Orakelns zugesprochen. Dadurch waren sie schon immer den Menschen unheimlich. Zu Beltane ist eine gute Zeit, um Orakel zu legen. Hierbei ging es oft um die Frage nach der Liebsten/dem Liebsten, d.h. ganz elementar um die eigene Zukunft.

Jeder kennt die Sage, dass an Beltane die Hexen auf ihrem Besen um den Blocksberg kreisen. Die alten Göttinnen hatten lt. Sage immer ein Gefährt, mit dem sie reisten, sei es die Wildsau der Freya, der Wolf der Hyndla, die schwarzen Rosse der Walküren oder die Hexenritte auf dem Bären in Schweden. Dies ist unabhängig von der Region und Religion des Landes. Und die Hexen in unseren Breitengraden, Abkömmlinge der großen Muttergöttin, reisen auf ihrem Besen. In Gefolge der reitenden Frauengestalten findet sich ein wilder Reigen von Elfen, Menschenfrauen und Geistern, angezogen von der wiedererwachten Lebensfreude. In allen Überlieferungen werden diese Frauen als wild und kraftvoll wiedergegeben - die Ur-Frau, die ihre Kraft und Gefühle lebt, die Ur-Frau, die sich ihren Mann auserwählt.

In der Avalon-Sage wurde zu Beltane der neue Hirschkönig erkoren. Für den Rest der lichtvollen Zeit war er der Herrscher über Tiere, Pflanzen und Menschen. Dies geschah in einer wilden Jagd. Der Auserwählte musste mit bloßen Händen den kapitalsten Hirschen im Revier jagen und erlegen. Dadurch erwarb er sich das Ansehen, der neue Hirschkönig zu sein. Anschließend vereinigten sich die Beiden. Wenn daraus Kinder entstanden sind, sagte man diesen große innere Stärke und gute mentale Fähigkeiten nach.

Das restliche Volk feierte Beltane in gemäßigter Form. In langen Prozessionen wurden die Felder abgeschritten und die neue Fruchtbarkeit begrüßt. Auch bei diesem Fest erhält der Baum seine Beachtung. In diesem Fall ist es meist die Birke, manchmal auch die Weide. Unter lauten Gesängen und Tänzen schmücken die jungen Männer und Frauen den Maibaum mit bunten Bändern. Vielleicht heißt es deshalb heute: Anbandeln? Alle freuen sich, dass der Winter überstanden ist. Dieser Brauch wird auch heute noch fast überall gefeiert. Die jungen Männer bringen ihrer Angebeteten eine geschmückte Birke als Liebesbeweis, während zickige und hochnäsige junge Frauen auch schon einmal einen Sack Sägemehl vor die Tür gestellt bekommen. Überall im Lande wurden große Feuer errichtet, als Zeichen des neuen Lebens. Mensch und Tier sprang über die Glut, um dadurch den Schutz der Götter zu erhalten für Gesundheit und langes Leben.

Auch heute wird fast überall "in den Mai getanzt" und die Maikönigin gewählt. In manchen Orten werden Linien auf die Straße gemalt, welche die Wohnungen von zwei Menschen verbindet, von der die Dorfjugend meint, dass diese gut zusammen passen würden. Und in der Nacht, in der die Erwachsenen mit dem Feiern beschäftigt sind, hat natürlich niemand ein Auge auf die Dorfjugend, welche diese Zeit hervorragend dafür nutzt, um allen möglichen Schabernack mit dem Hab und Gut der Nachbarn anzustellen. In dieser Zeit um Beltane suchten sich die jungen Frauen die stärksten und schönsten Männer, damit starke und gesunde Kinder entstehen können.
Während im beginnenden Frühjahr die Liebespaare sanft und mit Distanz liebäugelten, war Beltane die Zeit, in der diese Liebesbeziehung nach außen bekundet wurde. Wer zu Beltane mit seiner Liebsten über das Feuer sprang, der galt als verlobt.

 

Samhain

Das Ende des Jahres

Bereits vor 5000 Jahren wurde auf Irland Samhain (irisch, wird 'Sa-un' oder 'Sa-u-in' gesprochen) gefeiert. Shamhain ist das erste der Hochfeste im keltischen Jahreskreis, das ursprünglich in der Nacht des elften Neumond eines Jahres gefeiert wurde und somit zu den ältesten Festtagen der Menschheit zählt:
Das Ende des Jahres.
Wobei eine Feier durchaus auch drei Tage um den eigentlichen Termin herumliegen kann. Inzwischen wird es in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November gefeiert. Der Name der Feier leitet sich vermutlich ab vom keltischen Ausdruck "sam-fuin" ("Sommers Ende"). Das keltische Jahr beschränkte sich auf die Jahreszeiten Sommer und Winter und zu Samhain endete das alte und begann das neue Jahr. Deshalb kommt Samhain auch mehr Bedeutung zu als Beltane, dem Sommeranfang und nächstwichtigem Fest der Kelten. Zum Samhain sollten alle landwirtschaftlichen Aktivitäten abgeschlossen sein, sodass die häusliche Gemeinschaft der Großfamilie am Abend wieder komplett zusammensitzen konnte. Dieses Beisammensein war Anstoss für eine Feier und für zahlreiches Zeremoniell.

Prophezeiungen und Rieten

Aufgrund des neuen Jahresbeginnes hatten die Prophezeiungen und diverse Orakel am Abend des Samhain Hochkonjunktur.
Nun, da alle erstmals seit langem wieder in Ruhe beisammen waren und ein halbes Jahr häusliche Gemeinschaft bevorstand, galt das Interesse natürlich dem sozialen Zusammenleben und den dazugehörigen Höhepunkten wie Hochzeiten, Reisen, Wohlergehen und Tod. Es wurde also wurde versucht herauszufinden, wem was im neuen Jahr bevorstehen sollte. Vor allem die Frage der Vermählungen beherrschte die Wissbegier, deshalb gab es auch zahlreiche Methoden, dies herauszufinden. Heute noch gepflogen ist der Ring im Kuchen (barmbrack). Wer den eingebackenen Ring in seinem Stück fand, dem sollte unweigerlich Zweisamkeit bevorstehen. Haselnüsse und Getreidekörner wurden als befähigt angesehen, über die Zukunft einer Verbindung Bescheid zu wissen: Wurden zwei davon in's Feuer gelegt, so galt es zu hoffen, dass sie ganz einfach verbrannten - das versprach Bestand für die Ehe. Sprang hingegen eines aus dem Feuer, dann sollte einer der Partner untreu werden.

Samhain - Das Fest der Toten

Shamhain ist der Beginn des dunklen Halbjahrs, wenn die Grenze zwischen den Welten offen ist - wie auch an Beltane. Aus diesem Grunde nahm man an, dass die verstorbenen Ahnen in dieser Nacht auf der Erde wandeln, um Ihre Verwandten zu besuchen. Um ihnen den Weg zu leiten, stellte man Lichter in den Fenstern auf, welche heute zu leuchtenden Kürbisfratzen mutiert sind. Samhain stand also nebst mehr oder weniger spielerischem Brauchtum auch unter einem zweiten Zeichen: Einem gewissen Bruch im Zeitengefüge. Dem ein halbes Jahr dauernden Tag, sollte nun die Periode der Nacht folgen. Und da waren die Wände zu anderen Welten besonders dünn, weil das alte Jahr zu Einbruch der Dunkelheit endete und das neue mit dem nächsten Tagesanbruch begann - die dazwischen liegende Nacht war somit ein Freiraum. Man glaubte, dass die Toten an diesem Abend die Erlaubnis hätten, an den Ort ihres früheren Lebens zurückzukehren.

Und da es sich aufgrund dessen natürlich größtenteils um hochverehrte Ahnen handelte, standen die Lebenden dem Ereignis mit etwas gemischten Gefühlen gegenüber - mit Achtung und mit Scheu. Grundsätzlich hatten die Kelten ein recht unbefangenes Verhältnis zum Tod - man fürchtete weder das Sterben noch die Verstorbenen, aber da viel Unerklärliches damit verbunden war, blieb doch eine gewisse Scheu. Solcherart wurden auch aus zweierlei Gründen Speisen und Getränke für die Besucher aus der anderen Welt bereitgestellt: Zum einen wollte man die Toten, die sich hier versammelten, ehren und zum anderen versuchte man sie damit abzuhalten, irgendwelchen Schaden an Haus und Bewohnern anzurichten. Eines wusste man in jedem Fall: die Toten sollten nicht mit Lebenden zusammentreffen - also begab man sich trotz des Festtages früh zu Bett, um die Stuben den Besuchern zu überlassen. Und wer ein Geräusch hörte, ging dem besser nicht nach, denn nicht allzu selten waren Neugierige ganz einfach in den anderen Welten verschwunden. Verschwunden nicht deshalb, weil sie den Toten zum Opfer gefallen waren, sondern weil sie - begünstigt durch die Nähe der Verstorbenen - im brüchigen Zeitengefüge auf der falschen Seite gelandet waren ...

 

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